Good Stories – #3/2026: Uns kennt doch jeder!
Warum gute Kommunikation mit dem beginnt, was andere über Sie und Ihr Unternehmen wissen.
Es ist einer der Sätze, die ich im Gespräch mit Kund:innen am häufigsten höre: Uns kennt doch jeder. Meist fällt er gleich zu Beginn eines Gesprächs. Geschäftsführer:innen sagen ihn, Bürgermeister:innen, Verbandspräsident:innen, Familienunternehmen, die seit Jahrzehnten erfolgreich am Markt sind.
Meine erste Gegenfrage lautet dann fast immer: Woher wissen Sie das? Die Antwort darauf basiert oft auf einem Bauchgefühl, kaum auf fundierten Zahlen.
Der Blick von innen ist eben nicht der Blick von außen.
Je länger Menschen in einem Unternehmen arbeiten, desto vertrauter wird ihnen ihre eigene Welt: Produkte, Leistungen, Projekte und Erfolge gehören zum Alltag. Klar, man spricht jeden Tag darüber – im Unternehmen, im Büro, auf Veranstaltungen, im Internet, mit Kundinnen und Kunden. Dadurch entsteht mit der Zeit ein Gefühl von Bekanntheit: Kenn ich. Weiss ich. Habe ich schon gehört. Habe ich auch schon erzählt.
Doch dieses Gefühl ist trügerisch. Denn die Öffentlichkeit lebt nicht in Ihrem Unternehmen, in Ihrem Verband, in Ihrer Behörde. Sie beschäftigt sich nicht täglich mit Ihren Themen. Sie kennt weder Ihre Historie noch Ihre Produkte wie Sie selbst. Die Welt draußen nimmt nur wahr, was regelmäßig sichtbar wird.
Sichtbarkeit entsteht heute nicht mehr allein durch Größe oder Tradition.
Viele Unternehmen existieren seit Jahrzehnten. Sie leisten hervorragende Arbeit, beschäftigen engagierte Mitarbeitende und entwickeln innovative Produkte, Dienstleistungen oder Lösungen. Trotzdem kennen potenzielle Kund:innen sie oft nicht, Bewerber:innen ebenfalls nicht, und Journalist:innen schon gar nicht. Nicht, weil das Unternehmen unwichtig wäre, sondern weil niemand seine Geschichte erzählt.
Wer nicht sichtbar ist, findet in den Köpfen der Menschen schlicht nicht statt. Und Sichtbarkeit entsteht heute nicht mehr allein durch Größe oder Tradition. Sie entsteht durch relevante Themen, klare Botschaften und kontinuierliche Kommunikation. Kurz: durch eine umfassende und nachhaltige Kommunikationsstrategie.
Schweigen schafft keine Reputation.
Ein (leider) immer noch weit verbreiteter Irrtum lautet: Gute Arbeit spricht für sich. Sie tut es selten. Menschen können nur wahrnehmen, was sie sehen oder hören. Was nicht kommuniziert wird, bleibt unsichtbar – unabhängig davon, wie gut die Leistung tatsächlich ist.
Das gilt für mittelständische Unternehmen genauso wie für Kommunen oder Verbände. Kommunikation ist deshalb keine Kür und keine reine Pressearbeit. Sie macht Leistungen verständlich, schafft Orientierung und baut Vertrauen auf. Gerade in Zeiten, in denen Informationen im Sekundentakt entstehen und Künstliche Intelligenz (KI) Inhalte in wenigen Sekunden produziert, gewinnt glaubwürdige Kommunikation immer mehr an Bedeutung.
Meine Beobachtung
Die meisten Unternehmen überschätzen ihre Bekanntheit. Nicht aus Arroganz, sondern weil sie ihre eigene tägliche Perspektive mit der Wahrnehmung ihrer Zielgruppen verwechseln. Wer Kommunikation strategisch denkt, verlässt deshalb regelmäßig die eigene Komfortzone und betrachtet das Unternehmen durch die Augen anderer: Erst dann wird sichtbar, was wirklich ankommt – und was bisher niemand wahrgenommen hat.
Denn die entscheidende Frage lautet nicht, ob andere Sie kennen.
Die entscheidende Frage lautet, ob andere wissen, warum es Sie gibt.
3 Fragen für Sie und Ihr Unternehmen, Ihre Kommune, Ihre Organisation:
- Würden Menschen außerhalb Ihres direkten Netzwerks Ihr Unternehmen spontan beschreiben können?
- Wissen potenzielle Kund:innen, warum sie sich genau für Sie entscheiden sollten?
- Wann und wie haben Sie zuletzt überprüft, wie Ihr Unternehmen tatsächlich wahrgenommen wird?
Nehmen Sie diese drei Fragen für sich mit und beantworten Sie sie so ehrlich wie möglich. Und wenn Sie keine zufriedenstellenden Antworten finden, kontaktieren Sie mich gerne für ein unverbindliches Erstgespräch: mail@kbj-pr.de.