Good Stories – #13/2026: Presseinfos in Zeiten von KI
Pressemitteilungen in Zeiten von KI.
Ich gebe zu, ich bin ein ganz großer Fan von Pressemitteilungen. In meinen mehr als 25 Jahren als Journalistin und Pressesprecherin habe ich wirklich sehr viele Pressemitteilungen bekommen, gelesen und noch mehr selbst verfasst.
Am Anfang ist da nur das neue Produkt, die revolutionäre Innovation, die einzigartige Dienstleistung, ein grosses Event mit vielen tollen Aktionen. Dann steigt man tiefer in die Details ein, recherchiert Zahlen und Fakten, fragt dem Entwicklungsteam Löcher in den Bauch, vergleicht Zahlenreihen, sucht nach konkreten Belegen und Quellen.
Neben den klassischen W-Fragen (Wer? Was? Wann? Wo? Wie?) sind bis heute für mich die beiden Fragen zum Warum? und zum Woher? die wichtigsten.
Das Warum gibt mir mit der Pressemitteilung die Möglichkeit, den Wert und die Relevanz meiner Botschaft zu betonen. Warum ist das Produkt, die Innovation, die Dienstleistung, das Event interessant und besser noch: relevant für Medien und Publikum. Was macht es einzigartig, welchen Mehrwert bietet es, was verbessert sich dadurch ganz konkret? Welche Bedeutung hat das Event für die Branche oder die Gesellschaft?
Gerade in Zeiten von KI-Slope (immer mehr vom gleichen, massenhaft produzierten Einheitsbrei mit den immer gleichen glatten, formelhaften Phrasen) ist dieses Herausarbeiten des echten Mehrwerts („Das bringt es konkret“) so wichtig: Zahlen, die zeigen, hier wird das Produkt um so und so viel Prozentpunkte schneller, effizienter, günstiger als das Vorgängermodell. Erläuterungen, die eine Innovation nachvollziehbar und verständlich auch für Laien erklären. Das ist es, was Medien und Publikum interessiert.
Das Woher präsentiert die Quellen sowie weiterführende Informationen.
Woher stammen meine Aussagen im Text? Wo habe ich Zahlen, Daten und Fakten recherchiert? Wo gibt es weiterführende Informationen (z.B. auf der Unternehmens-Homepage)? Gibt es Bildmaterial und wenn ja, woher stammt das?
Auch hier hat sich im KI-Zeitalter viel geändert: Quellen können erfunden sein, oder existieren zwar „real“ im Netz, basieren aber auf Falschinformationen. Bilder können KI-generiert ohne entsprechende Kennzeichnung zu sein. Je detailliert das Woher also ist, umso leichter für die Medien und das Publikum beim Konsumieren der Pressemitteilung. Und je transparenter und nachvollziehbarer die Quellenangaben sind, um so glaubwürdiger wirken Pressemitteilung und damit auch Produkt, Dienstleistung, Unternehmen.
Ich habe „früher“ noch Tage und Wochen an einer Pressemitteilung geschrieben. Nicht unbedingt, weil ich so langsam schreibe, sondern weil es Zeitaufwand war, zu recherchieren, mit den einzelnen Teams und Expert:innen zu sprechen. Ganz zu schweigen von diversen Abstimmungsschleifen in einem großen Konzern.
Heute geht es dank KI schneller. Trotzdem, oder besser: deshalb ist es umso wichtiger, das Warum und das Woher sorgfältig zu erarbeiten und dann deutlich herauszustellen.
3 Fragen für Sie und Ihre Organisation:
- Nutzt Ihr Unternehmen Pressemitteilungen, um wichtige News zu kommunizieren?
- Mit welcher Methodik entstehen diese Pressemitteilungen?
- Und wo werden sie veröffentlicht?
Wenn Sie auf diese Fragen keine zufriedenstellenden Antworten finden, kontaktieren Sie mich gerne für ein unverbindliches Erstgespräch: mail@kbj-pr.de.