Good Stories – #15/2026​: Keine Kommunikation

Good Stories – #15/2026​: Keine Kommunikation

Ein Warnschild, das als Option "keine Kommunikation" vorschlägt.
Wenn keine Kommunikation die beste Option ist.
Wenn keine Kommunikation die beste Option ist.
 

Egal auf welchem Kanal ich unterwegs bin, zu welcher Tageszeit, analog oder digital, rund um die Uhr kommunizieren, publizieren, kommentieren Unternehmen, Organisationen, Verbände, Journalist:innen, Expert:innen, Politiker:innen.

Ist ja auch klar: Schließlich muss man doch sichtbar bleiben und zeigen, dass man etwas tut. Aber muss man wirklich?

Meine langjährige Berufserfahrung hat mir immer wieder gezeigt: Nicht jedes Ereignis ist eine Nachricht für die Öffentlichkeit. Und nicht zu jedem Thema muss sich ein Unternehmen sofort äußern.
Es gibt Situationen, in denen es klüger ist, bewusst auf öffentliche Kommunikation zu verzichten.

Wenn es schlicht nichts Neues zu berichten gibt.

Wer regelmäßig Pressemitteilungen ohne echten Nachrichtenwert verschickt, Medienkanäle mit Belanglosigkeiten füllt, riskiert langfristig seine Glaubwürdigkeit. Aufmerksamkeit lässt sich nicht auf Knopfdruck einfordern. Man muss sie sich verdienen.
Mit echten News. Mit echtem Mehrwert für Leser:innen und Kund:innen.

Wenn eine Krise noch nicht ausreichend aufgearbeitet ist.
Gerade hier ist die Abwägung schwierig. Denn Schweigen kann Unsicherheit und Spekulationen verstärken. Eine erste Stellungnahme kann notwendig sein, auch wenn noch nicht alle Fakten vorliegen.
Was gesichert ist, muss dann kommuniziert werden. Was noch untersucht wird, muss auch so benannt werden.
Parallel dazu ist es sinnvoll, andere, nicht dringliche Veröffentlichungen zurückzustellen.

Gerade in einer Krisensituation gilt: Erst Fakten sammeln, dann kommunizieren.

Wenn wir zu einem Thema nichts Belastbares sagen können.

Weil Informationen fehlen, rechtliche Fragen offen oder vertrauliche Vereinbarungen zu beachten sind. Dann ist eine begründete Zurückhaltung professioneller als eine Aussage, die später korrigiert werden muss.

Fazit:
In mehr als 25 Jahren Unternehmenskommunikation, unter anderem in der Vorstandskommunikation bei Mercedes-Benz, habe ich gelernt, dass die Entscheidung ob wir veröffentlichen, mindestens so wichtig ist wie der Text selbst.

Dazu gehört, Themen zu priorisieren, Fakten zu prüfen und manchmal auch dem Druck zu widerstehen, unbedingt und schnell etwas sagen zu müssen.
Denn auch Schweigen ist eine Kommunikationsentscheidung. Allerdings eine, die man begründen können muss.

Wer bewusst auf eine Veröffentlichung verzichtet, sollte wissen, warum.
Und ebenso, unter welchen Umständen sich diese Entscheidung ggf. ändern kann oder sogar muss.

3 Fragen für Sie und Ihre Organisation:

  • Wer entscheidet in Ihrer Organisation, wann ein Thema reif für die Öffentlichkeit ist?
  • Nach welchen Kriterien?
  • Und wann kommunizieren Sie bewusst nicht und warum?

Wenn Sie auf diese Fragen keine zufriedenstellenden Antworten finden, kontaktieren Sie mich gerne für ein unverbindliches Erstgespräch: mail@kbj-pr.de.

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