Good Stories – #7/2026: Fahrradfahren und Kommunikation
Wenn die Route plötzlich nicht mehr stimmt. Was Kommunikation und Fahrradfahren gemeinsam haben.
Die besten Ideen und Gedanken kommen mir oft beim Fahrradfahren. Das habe ich jetzt erst wieder erlebt, als ich acht Tage auf dem Oder-Neiße-Radweg von Zittau nach Usedom unterwegs war. Und habe dabei auch festgestellt, dass Fahrradfahren und Kommunikation so einiges gemeinsam haben.
Tag 3, kurz vor Rotheburg in der Oberlausitz. Bis dahin lief alles wie geschmiert: Ziel klar, Route ausgeschildert, Wetter perfekt. Und dann war da plötzlich diese Absperrung, ohne Vorwarnung: Baumfällarbeiten im Wald. Der Radweg unpassierbar, die Umleitung führte auf eine stark befahrene Straße. Für wie lange und wann und wo es zurück auf den Radweg gehen würde, war unklar.
Wichtig ist, dass man sein Ziel kennt. Egal, was passiert.
In solchen Momenten hilft es wenig, auf meinen perfekt geplanten Track zu schauen. Die Strecke (oder das Universum - wer weiss das schon so genau...) hat gerade andere Pläne. Und auch wenn ich innerlich gerade nicht feine englische Höflichkeitsfloskeln zitiere, kann ich es nicht ändern, sondern nur das Beste aus der aktuellen Situation machen. Mich und meine Route an die momentanen Gegebenheiten anpassen.
Übertragen auf die Kommunikation: Eine Strategie haben, bedeutet zu wissen, wo man hinwill. Aber sie bedeutet nicht, dass jeder Kilometer vorhersehbar ist. Unternehmen verändern sich. Märkte verändern sich. Eine Transformation kommt anders als gedacht, ein Thema entwickelt plötzlich eine öffentliche Dynamik, eine Entscheidung muss früher kommuniziert werden als geplant.
Umformuliert aufs Fahrradfahren: Strategie ist kein GPS-Track, Meter für Meter. Sie ist die Klarheit darüber, wo man hinwill, wenn der Track plötzlich anders verläuft als geplant.
Meistens geht der Blick nach vorne.
Auf dem Fahrrad schaut man dorthin, wo man hinwill. Wer permanent in den Rückspiegel schaut, fährt irgendwann in die falsche Richtung, oder wie ich dann gerne, Schlangenlinien.
Auch Kommunikation braucht diesen Blick nach vorne: Welche Themen werden relevant? Wo wollen wir als Unternehmen oder Organisation hin? Wofür wollen wir wahrgenommen werden?
Trotzdem ist auch hier der Blick zurück ab und zu wichtig. Nicht aus Nostalgie, sondern um zu erkennen, was ich bereits geschafft habe. Gerade in Veränderungsprozessen wird Fortschritt schnell vergessen, weil die nächste Aufgabe, die nächste Herausforderung, der nächste Meilenstein längst wartet. Umso wichtiger ist es, dass Kommunikation diesen Fortschritt sichtbar macht, um zu zeigen, was man schon gemeistert hat. Und um damit (weiter) Zuversicht und Orientierung geben.
Manche Themen tragen sich fast von selbst: Die Geschichte stimmt, der Zeitpunkt passt, Menschen interessieren sich dafür. Dann darf man die Geschichte auch einmal laufen lassen, oder eben das Rad. Entspannt rollen lassen mit Rückenwind.
Und dann gibt es die anderen Tage: Gegenwind, bergauf. Jeder Kilometer kostet Kraft. Und auch das gehört zur Kommunikation. Denn nicht jede Botschaft wird sofort verstanden, nicht jede Veränderung begrüßt und nicht jedes Thema erzeugt mediale Aufmerksamkeit. Gerade dann zeigt sich, ob eine Organisation eine klare Linie hat oder nur kommuniziert, solange es bequem ist.
Und auch hier lässt sich die Parallele zum Fahrradfahren ziehen: Wer bei Gegenwind die Richtung wechselt, fährt nicht mehr in Richtung Ziel.
Glücklich am Ziel mit randvoller Batterie.
Nach acht Tagen kommen ich sehr glücklich auf Usedom an, nach über 600 km. Keine weiteren, unvorhergesehenen Hindernisse (Umleitung, Platten), öfter Rückenwind als Gegenwind, einen Weißkopfseeadler aus unmittelbarer Nähe gesehen, wunderschöne Landschaften durchquert und viele freundliche, hilfsbereite Menschen getroffen. Ich bin randvoll mit Erlebnissen und Bildern, und vor allem mit viel Energie für die nächsten Themen und Aufgaben im Bereich Kommunikation...
3 Fragen für Sie und Ihre Organisation:
- Ist in unserer Kommunikation das Ziel klar genug, auch wenn sich der geplante Weg verändert?
- Machen wir zwischendurch sichtbar, was bereits erreicht wurde, oder schauen wir ausschließlich auf die nächste Etappe?
- Wissen wir, wann wir kommunikativ Kraft investieren müssen und wann wir auf dem aufbauen können, was bereits trägt?
Wenn Sie auf diese Fragen keine zufriedenstellenden Antworten finden, kontaktieren Sie mich gerne für ein unverbindliches Erstgespräch: mail@kbj-pr.de.